Dienstwagenüberlassung an Angehörige

Die Dienstwagenüberlassung an Angehörige erfolgt grundsätzlich nach den selben Regeln wie die Dienstwagenüberlassung an Mitarbeiter, die keine nahen Angehörigen sind.

Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten:

 

  1. Der Fremdvergleich:

Die Finanzverwaltung legt bei vertraglichen Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen erhöhte Anforderungen fest.

So müssen solche Vereinbarungen grundsätzlich dem Fremdvergleich stand halten. Die Finanzverwaltung stellt sich also die Frage, in wieweit z.B. bei der Dienstwagenüberlassung, diese konkrete Vereinbarung auch geschlossen worden wäre, wenn es sich nicht um nahe Angehörige handeln würde. Hätte der fremde Dritte ebenfalls einen Dienstvertrag erhalten?

Bei der Prüfung des Fremdvergleichs durch das Finanzamt bedient sich die Finanzverwaltung des sogenannten inneren Betriebsvergleichs und des äußeren Betriebsvergleichs. Sobald diese beiden Vergleichsüberlegungen plausibel und positiv ausfallen, steht der steuerlichen Anerkennung nichts im Wege.

 

  1. Der innere Betriebsvergleich:

Hier prüft das Finanzamt, in wieweit im Betrieb auch andere Mitarbeiter, außer dem nahen Angehörigen / den nahen Angehörigen, Dienstwagen zur betrieblichen und privaten Nutzung überlassen werden. Sollte dies bejaht werden können, würde dies vom Grundsatz für die steuerliche Anerkennung der Dienstwagenüberlassung an die nahen Angehörigen sprechen.

Es gibt jedoch auch Fälle, wo tatsächlich nur der nahe Angehörige einen Dienstwagen nutzt und ansonsten kein weiterer Mitarbeiter diese Möglichkeit besitzt. Dies kann gegen die steuerliche Anerkennung sprechen, soweit auch das Tätigkeitsfeld des nahen Angehörigen keine Notwendigkeit für eine Dienstwagenüberlassung begründet.

 

  1. Der äußere Betriebsvergleich:

Hier prüft das Finanzamt, in wieweit die Dienstwagenüberlassung an den nahen Angehörigen in dem konkreten Betrieb auch im Vergleich mit anderen Betrieben derselben Branche und ähnlicher Größenordnung, üblich ist. Dieser Vergleich mit anderen Betrieben sollte ebenfalls möglichst positiv ausfallen. Sicherlich ist diese Prüfmethode auch für die Finanzverwaltung etwas mühsamer zu begründen als der innere Betriebsvergleich.

 

  1. Diese Punkte sprechen für eine Anerkennung der Dienstwagenüberlassung an nahe Angehörige:
  1. .Es wurde ein schriftlicher Dienstwagenüberlassungsvertrag mit fremdüblichen Regeln geschlossen.
  2. Der nahe Angehörige als Mitarbeiter kann seine tatsächliche Tätigkeit für das Unternehmen in dem vertraglich vereinbarten Umfang (Arbeitsvertrag) nachweisen (Zeiterfassung, konkreter Arbeitsplatz, etc.).
  3. Auch andere Mitarbeiter im Betrieb erhalten einen Dienstwagen.
  4. Der Mitarbeiter kann nachweisen, dass er aufgrund seiner Position im Unternehmen und des konkreten Aufgabengebietes, auf einen Dienstwagen angewiesen ist.

Je mehr diese o.g. Punkte zutreffen, desto eher wird der betriebliche Dienstwagen steuerlich anerkannt.

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